
Dass die meisten Präsentationen mit Powerpoint langweilig, ätzend und zäh sind, weiß man. Auch 9gag weiß das und hat obiges Bild am Wochenende auf die Startseite gewählt.
Spannender die Frage, warum das so ist. Meiner Meinung gibt es dafür zwei Gründe:
1. Die Powerpoints müssen zu oft zwei Dinge sein
Gerade im business sind Powerpoints nicht nur auf der Leinwand hinter dem Vortragenden. Nach der Präsentation dienen sie als Referenz für weitere Besprechungen. Sie werden durch das Unternehmen gereicht und dem nächsthöheren Management vorgelegt.
Damit hat die PPT-Datei einen unausweichlichen Zielkonflikt: Entweder sie ist ungeeignet für Präsentationen, überladen mit 8-Punkt-Bulletpoint-Wüsten und vier Diagrammen pro Slide. Star Wars Fans bitte hier klicken. Oder sie hat minimalistische, inspirierende Folien und konserviert den Inhalt nicht. Wird dafür aber der Verantwortung des Präsentierenden gerecht.
Deswegen meine Meinung: Presentations are presented and never printed!
Und wenn es unbedingt sein muss, kann man ja noch eine zweite Version erstellen, die das Gesprochene auf zusätzlichen Slides vermittelt.
2. Wir haben keine Präsentations-Kultur
Geborene Entertainer sind wir Deutschen ja ohnehin nicht. Dabei ist im Beamer-Licht zu stehen auch nichts anderes als das Auftreten im Rampenlicht. Wir verdonnern unsere Schüler zu GFS, doch von wem sollen sie das Präsentieren lernen? Von den Lehrern der alten Schule, die selbst jahrzehntelang langweiligen Frontalunterricht gemacht haben?
Und selbst an der Uni ist das Niveau der Präsentationen noch erschreckend gering. Zum Beamer gedreht, Bulletpoints ablesen. Kein Abholen der Zuschauer, kein Aufwecken mit Gags, kein Begeistern, kein Inspirieren. Chicken, Chicken, Chicken. Und die Professoren bestrafen das viel zu selten, solange der Inhalt des Lehrbuchs nur akurat wiedergegeben wurde. Death by Powerpoint.
Nie werde ich den Tag vergessen, an dem Chris über die Geschichte der PR referiert hat. Gutes Storytelling, schöne Slides, die nicht vom Redner abgelenkt haben, didaktisch gut aufbereitet. Vieles aus dem Vortrag weiß ich noch heute. Nach ihm hat eine Studentin präsentiert, ich weiß aber nicht mehr worüber. Sie hatte weiße Folien mit schwarzem Text drauf. Sie hat eine halbe Stunde überzogen und eine ganze Note besser als Chris bekommen.
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Falk Ebert