Es ist schwer den richtigen Ton für diesen Beitrag zu treffen. Denn einerseits geht es hier um eine Katastrophe enormen Ausmaßes und das damit verbundene Leid hunderttausender Menschen, andererseits zeigen Ereignisse wie das Erdbeben in Haiti auch, wie Social Web Dienste sinnvoll eingesetzt werden, neue Nutzungsweisen entstehen und vor allem wie diese in den Fokus der Medien geraten.
Schon kurz nach der Katastrophe, verbreitete sich im Internet eine Welle der Solidarität. Facebook-Gruppen werden gegründet, Twitterer und Blogs verschiedenster Anhängerschaften informieren über die aktuelle Lage oder wie man helfen kann und rufen zu Solidarität auf. Auch der deutsche Blog Spreeblick ist bereits fleißig am Spenden sammeln, was wir natürlich unterstützen wollen. (Leider funktioniert es nicht, das Rettungsanker Widget direkt hier einzubauen)
Auch interessant finde ich Twitter-Accounts wie z.B. haitimissing. Hier werden Vermisstenanzeigen verlinkt, die beim extra eingerichteten Dienst “Haitian Earthquake Registry” eingegeben wurden. Der Dienst wurde inzwischen von Google übernommen. Außerdem werden hier natürlich gerettete Opfer bekannt gegeben. Auch HaitiGoodNews berichtet, wenn Überlebende gefunden wurden und verkürzen damit Verwandten und Freunden auf der ganzen Welt das quälende Warten und spenden neue Hoffnung. Darüber hinaus hat sich der Hashtag #haitimissing, für Informationen über Vermisste eingebürgert.
Noch interessanter finde ich allerdings die Tatsache, dass in den Nachrichten Formaten der Öffentlich-Rechtlichen auf Twitter hingewiesen wurde und immer wieder Screenshots auftauchen. Der Unterschied zu den Protesten im Iran letzten Jahres oder zur Notlandung auf dem Hudson ist, dass Twitter nicht mehr als eine neumodische, technische Spielerei dargestellt wird, sondern als ein fester Bestandteil des Internets und unserer modernen Gesellschaft. Ist Twitter inzwischen tatsächlich bei einem gewissen Teil der Bevölkerung im Bewusstsein angekommen?










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