Zu toten Abmahn-Anwälten und Petitionsausschüssen, die man heute live mitverfolgen konnte, möchte ich nichts schreiben. Das können andere Blogger besser. Stattdessen möchte ich ein etwas älteres Video vorstellen, das ich “quite inspiring” finde.
Fabian Hemmert präsentiert bei einer TEDx in Berlin sein Konzept für “lebendigere” mobile Endgeräte. Unter dem Motto “how can we make digital content graspable” präsentiert er drei Konzepte, wie man mit Smartphones Leben imitieren könnte:
- Eine Verlagerung des Schwerpunktes durch ein im Gerät bewegtes Gewicht.
- Ein sich dehnendes und bewegendes Gehäuse
- Ein mechanisches System, das Atmung und Herzschlag des Gerätes simuliert.
Auch wenn es auf den ersten Blick nach Spielerei aussieht, finde ich das Konzept ziemlich interessant. Denn für gut zu bedienende Geräte brauchen wir mehr Feedback, als wir das im Moment auf unseren Smartphones und Handys haben. Doch für die Kommunikation von Gerät zu User gibt es beim Status Quo der Technik neben schnödem Vibrieren nur das Display. Was die Auflösung und Farbigkeit der Displays angeht, sind wir mit dem iPhone, dem Nexus und den HD-Geräten von HTC ziemlich am Limit angekommen. Von Holografie sind wir noch weit entfernt, haptische Displays haben sich bislang als ziemlicher Flop erwiesen (was natürlich nicht so bleiben muss). Ergo sollte längerfristig über neue Formen des Geräte-Feedbacks nachgedacht werden, wenn wir bessere Geräte wollen.
Dass dabei ein bionischer Ansatz, also das dreiste Copy-Paste von der Natur gewählt wird, finde ich nur logisch. Denn die Natur ist uns Jahrtausende voraus. Ein Regenwurm ist ein faszinierenderes Ding als ein Nexus One, der Versuch bessere Geräte als die Lebewesen dieses Planeten zu bauen wäre reine Hybris. Warum also nicht von “Mutter Natur” lernen und unseren kalten, elektronischen Gadgets ein wenig Leben einhauchen? Ein positiver Nebeneffekt wäre sicherlich, dass die Geräte intuitiver zu erlernen wären. Usability und Digital Divide sind die Stichworte.
Von mir ein klarer Aufruf an Apple, HTC und Nokia: Zuschauen, Lernen, lebendige Handys bauen! Danke.








In meinen Augen nur eingeschränkt sinnvoll. In einigem davon sehe ich nicht den wirklichen Mehrwert. Und außer beim ersten Beispiel (Navigation) konnten mich seine Beispiele auch nicht wirklich überzeugen. In diesem Sinne bin ich auch der Meinung, dass man technischen Fortschritt nicht um des Fortschritts Willen erzwingen sollte, sondern nur dann, wenn ein wahrer Zusatznutzen auf der Hand liegt.
Wie auch im Bereich erneuerbare Energien teile ich eher die Ansicht, dass man den Grad sinnvoller Technik vorerst (großteils) erreicht hat und sich jetzt daran machen sollte sie zu optimieren und vor allem für jeden erschwinglich zu machen – erst dann entfaltet sich der volle Nutzen.
Den Grad sinnvoller Technik werden wir nie erreicht haben.
Den Nutzen müssen die Softwareingenieure finden, da bin ich überzeugt davon, dass man da was sinnvolles machen kann. So wie mit dem Schüttelsensor von iPhone und Co. auch.