@Bundeswehr: So wirbt man heute!

Was uns in Deutschland meiner Meinung noch fehlt, ist der Durchbruch von Augmented Reality Anwendungen. Nicht dass es an Technik mangelte – nein, vielmehr ist die schlichte Nutzung in der breiten Bevölkerung noch nicht an den asiatischen Standard herangekommen. Und das obwohl viele Leute die fähigen Endgeräte bereits besitzen. Das ist in etwa so, wie die Tatsache, dass wir alle HDTV Ready Fernseher im Wohnzimmer stehen haben, keiner aber davon Gebrauch macht. Wie auch immer. Was mir gestern wieder im Einkaufszentrum ins Auge stach, musste ich jedenfalls einfach mit euch teilen.

Augmented Reality Singapore

Was hier auf den ersten Blick wirkt wie ein Plakat für einen neuen Teil von Battlefield ist in Wirklichkeit nichts anderes als moderne Kriegsdienst Werbung, genauer gesagt für die Navy. Allgemein scheint die Militärlaufbahn hier eher als Adventuretrip als ernsthafte Gefahr verkauft zu werden. Die Chancen, Rekruten zu werben, liegen damit aber deutlich höher als mit unseren Plakaten in Deutschland, wo ein Soldat einer alten Frau aus dem Bus hilft oder Sandsäcke auf einen Damm legt (Anmerkung: Das ist keine Wertung über die Aktivitäten unserer Bundeswehreinheiten!).

Ich denke, der Anlass für diese Kampagne war und ist ein angestaubtes Image des Wehrdienstes hierzulande. Wie auch in Deutschland sehen es singapurische Jugendliche eher als Pflicht – was es auch tatsächlich ist – und nicht als Ehre, für ihr Land zu dienen. Nun soll die frische Idee für einen neuen Anstrich sorgen. Der Ansatz verfolgt das Kernproblem ganz vernünftig weiter und trifft es im Grundsatz: Erstens ist der Einsatz von moderner Technologie (Location Based Services) schon allein ein Statement für sich, das die Ansprüche des Militärs wohl unterstreichen soll. Zweitens werden Interessenten durch die Teilnahme an der “Mission” spielerisch aktiviert und psychisch direkt gebunden. Dabei holt die Kampagne die Leute direkt dort ab, wo sie an der Schwelle stehen. Zielgruppe sind schließlich Jugendliche Schulabgänger, die – wie wir alle wissen – gerne Mal die Mäuse schwingen. Vor allem hier in Asien stehen PSP, Nintendo DS und iPhone samt Game Apps wesentlich höher im Kurs als in Europa.

Auch wenn die Preise des “Gewinnspiels” eher müde sind, denke ich, dass es hierbei schon allein um den Imagegewinn durch die Sache an sich gehen dürfte. In meinen Augen sehr gelungen, wenn auch an der moralischen Grenze, da der Dienst mit der Waffe quasi als Abenteuer verkauft wird.

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1 Antwort zu „@Bundeswehr: So wirbt man heute!“



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