Nein, ich war nicht physisch auf der diesjährigen re:publica. Und nein, ich habe natürlich nicht alle Vorträge ansehen können, aber einer hat mir ganz besonders gefallen.
Es ist nicht der Penis-Vortrag von Jeff Jarvis, der bei on- und offline Medien die größte Resonanz ausgelöst hat, den ich vorstellen möchte. Mein Favorit ist von Peter Kruse und trägt den Titel “What’s Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren”.
Über Peter Kruse
Peter Kruse, den man wie alle wichtigen Leute natürlich auch bei Wikipedia findet, ist schon seit längerem mit ein paar sehenswerten Videos im Netz. Neben seiner Arbeit als Psychologe und der Leitung der Firma nextpractice hat er sich vor allem im Bereich des Change-Management einen Namen gemacht.
Über den Vortag
Der Vortrag ist in zwei Teile aufgeteilt:
- Kampf kultureller Wertewelten – Warum polarisiert das Internet die Gesellschaft?
- Verschiebung der Machtverhältnisse – Warum verändert das Internet die Wirtschaft und Politik?
Im ersten Teil geht es um die These, dass es bei Diskussionen um das Internet in der Regel zwar einen großen Konsens auf der faktischen Ebene, jedoch eine vollkommen divergierende Bewertungsebene gibt. Daraus resultieren irrationale Glaubenskämpfe an Stelle von zielführenden Diskussionen. Wer die Kämpfe der Schirrmachers gegen die Lobos verfolgt hat, weiß, wovon Peter Kruse spricht. Im ersten Teil baut Kruse einen psychologischen Zugang zum Thema und bietet dazu eine solide empirische Bestätigung der These.
Der zweite Teil ist dagegen eher theoretisch. Systemtheorie. Kruse meint, die Faktoren für ein stabiles System, namentlich hohe Koppelungsdichte, anwachsende Spontaneität und nachhaltig kreisende Erregungen, seien beim Internet schon so stark ausgeprägt gegeben, dass es kein Zurück mehr gibt. Die politische Konsequenz, so Kruse, sei eine bewusstere Gesellschaft mit einer Re-Politisierung jenseits der Parteien und bisherigen Eliten.
Und nun viel Spaß beim Schauen
Hier die Folien zum Vortrag:
Tipp: Peter Kruse war auch, zusammen mit Lobo und Sixtus, im Nachtstudio vom 11. April.









Also ich kann dieses Jahr die Eröffnungsrede der re:publica nur wärmstens empfehlen: Die digitale Faszination – Vom Leben auf dem achten Kontinent http://tinyurl.com/y824nkl
Stimmt, die ist auch nicht von schlechten Eltern.