[Ja, der gute Mann nuschelt ein wenig - verzeiht es uns!]
Manchmal ist man für die offensichtlichsten Sachen blind, weil man sich selbst zuviel damit befasst. Nicht zwangsläufig Betriebsblindheit, aber sowas in der Art. Auch in der Werbung gibt es das – was für eine Überraschung.
Vor allem dann, wenn Werber versuchen den Konsumenten zu verstehen. Wieso maßen wir uns überhaupt an, uns in deren Situation versetzen zu können? Mit einem völlig anderen sozioökonomischen Hintergrund und einem werbespezifischen Fachwissen können wir die Werbung natürlich gleich wahrnehmen und beurteilen, wie der Endverbraucher? NATÜRLICH NICHT!
Deswegen ist es gut zu wissen was im Kopf der Zielgruppe vorgeht. Dafür gibt es Fokusgruppen, Umfragen, und vieles mehr. Das Problem: Sobald in ein System (durch die Messung an sich) eingegriffen wird, ist die Messung verfälscht und nicht mehr uneingeschränkt repräsentativ. Das ewige Leid der Marktforschung. Es geht aber auch anders. Und sogar umsonst. Dieser Artikel soll einen Blick auf ein weiteres geniales und kostenfreies Tool von Google werfen, das bislang wenig Beachtung findet.
Das Google WonderWheel
Grundlegend macht das Tool das, was Google Dienste am besten können: Suchanfragen aufbereiten und für mich statistisch auslegen. Nehmen wir mal an wir hätten einen Blog, der sich viel um Social Media dreht. Und nehmen wir mal an wir hätten gerne mehr – ja, NOCH mehr – Reichweite in Deutschland. Und nehmen wir zusätzlich an, wir hätten auch das Geld, um dafür zu sorgen. Dann würden wir Werbung bei Google schalten. AdWords um genau zu sein.
AdWords funktionieren so, dass man für bestimmte Suchbegriffe Werbung einblenden kann, die der User dann sieht. Für uns wäre das dann zum Beispiel “Social Media” oder “Microblogging” oder “Online Werbung” und so weiter. Oftmals suchen die User aber tatsächlich nach ganz anderen Worten, die uns möglicherweise sehr fern liegen, da wir zu sehr in der Materie sind. Zum Beispiel könnten sie ja auch nach ”Soziale Netzwerke” suchen. Das wäre naheliegend, könnte von uns aber unter Umständen übersehen werden. Ein anderes Szenario wäre etwa, dass User nicht nach Social Media als ganzes suchen, sondern nach sehr spezifischen Unterrubriken, die wir natürlich schwer vollständig erraten können.
Was das WonderWheel daher tut, ist verwandte Suchanfragen visuell zusammenzufügen und damit einige Denkanstöße oder sogar konkrete Keywords auszuspucken. Hier die Darstellung, was für unser Beispiel möglich wäre. Natürlich kann ich dem Pfad in beliebige Richtungen folgen und so eventuell neue Denkanstöße erhalten oder gar Zielgruppen aufspüren.
Jetzt denkt Ihr vielleicht: Toll, soviel neue Insights kamen dabei nun aber auch nicht rum. Mag sein, aber das ist nicht immer so.
Suchen wir beispielsweise mal nach einem Wort wie – die Vulgärsprache sei uns verziehen – “ficken” dann ist es doch recht überraschend dass ein verwandter Suchterminus das Netzwerk SchülerVZ ist. Wer das ebenso naheliegend findet, dem möchte ich ans Herz legen sich in der Werbebranche beruflich zu orientieren.
Finden könnt ihr das kleine Wunderrad über die ganz normale Google Suchseite am Fuß der linken Navigation. Wir wünschen viel Spaß beim Testen!
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Beitrag war sehr gut gemacht. Thanks!
Danke!