Ein Konzept für bessere Google Plus Pages

Google Plus Pages Symbol

Die animierten Gifs der Red Bull Page waren das einzige, was wirklich überrascht hat. Alles in allem war der Launch der Google Plus Pages ziemlich unspektakulär.

Besonders ärgerlich ist, wie die Administration der Seiten bislang gelöst wurde. Diese geht am Alltag der Unternehmen vorbei, wie ein User es hier ziemlich genau beschreibt.

I don’t get it. It seems like this wasn’t thought out at all.

Als Alternative zur derzeitigen Situation möchte ich ein Konzept vorstellen, mit dem Google nicht nur die Administration besser lösen könnte, sondern den Facebook-Seiten auch noch um einen cleveren Insight voraus wäre.

Folgendes. Menschen wollen mit Menschen reden, nicht mit Unternehmen. Im Prinzip ist diese Aussage der Kern des Cluetrain Manifest, praktisch ausgedrückt bedeutet sie: @frischkopp ist spannender als @googlede. Für Mercedes interessiere ich mich nur dank Uwe Knaus. Und Chris und ich haben mit unseren privaten Twitter-Accounts dreimal so viel Follower wie unser Blog-Account.

Google könnte also die Sprecher der Unternehmen prominent darstellen:

Unternehmenssprecher auf einer Google Plus Seite

Die Social Media Evangelists der Unternehmen sind ohnehin in den Netzwerken unterwegs, warum also nicht gleich Klarheit schaffen, wer da schreibt?

Entsprechend könnte ich mir vorstellen, dass jeder offiziellen Äußerung des Unternehmens ein Gesicht zugeordnet wird. Damit stellt sich die Frage “mit wem interagiere ich hier eigentlich?” nicht mehr.

John Doe postet für die Better Pages Inc.

Gerade auf Facebook-Fanpages haben die User oft das Gefühl, mit einem Firmenlogo zu sprechen. Mit Social Media hat das wenig zu tun.

Wenn der hier beispielhaft gewählte Unternehmenssprecher John Doe etwas für seine Better Pages Inc. posten möchte, kann er das ganz einfach von seinem persönlichen Account aus tun.

Sharing für Public und die Unternehmensseite

Doch damit nicht genug. Auch die anderen Mitarbeiter eines Unternehmens haben etwas zu sagen. Google weiß das eigentlich, waren doch Heerscharen von begeisterten Google-Developern die ersten Botschafter zum Thema Google Plus. Warum also nicht auch webaffine Mitarbeiter in einem eigenen Tab zu Wort kommen lassen? One Voice war 2008.

Mitarbeiter-Tab

Kein Firmenlogo an dieser Stelle. Die Äußerungen bleiben private Meinungen. Aber diese Funktion würde den Unternehmen ein einfaches Tool geben, ihre Mitarbeiter zu Markenbotschaftern zu machen. Oder eine eigene Kommunikations-Twelpforce auf die Beine zu stellen. Auf Wunsch auch mit einer Freischaltung der einzelnen Postings durch das PR-Team denkbar. Natürlich kommt dabei nicht jede öffentliche Mitteilung der Mitarbeiter auf die Page. Das möchte keiner. Mitarbeiter sollten das proaktiv angeben, genauso wie es die Unternehmenssprecher machen, siehe oben.

Die Frage, wer überhaupt berechtigt ist, als Mitarbeiter zu sprechen, könnte für die Page über das altgediente Circles-System gelöst werden:

Auswahl der berechtigten Mitarbeiter über die Circles

tl;dr-time!

Zusammengefasst sieht mein Vorschlag für Google folgendes vor:

  • Das Team, welches die Seite betreut, wird prominent vorgestellt.
  • Offizielle Postings werden stets jemandem aus dem Team zugeordnet.
  • Auch Mitarbeiter kommen auf der Seite zu Wort, wenn sie es möchten.
  • Sprecher und Mitarbeiter können über den ganz normalen Publisher für die Seite schreiben.
  • Wer Sprecher und Mitarbeiter ist, das wird mit Hilfe von speziellen Circles bestimmt.

Was meint ihr dazu, Community-Manager? Was meint ihr dazu, Google?

__

Falk Ebert

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23 Responses to “Ein Konzept für bessere Google Plus Pages”


  1. 1 Thassilo Vogt (@thassilovogt) November 21, 2011 um 2:05 nachmittags

    Betreue bisher ab und an zum Glück nur eine Google+-Unternehmensseite, doch kann dir da vollkommen zustimmen.

    Deine Screenshots illustrieren es zudem schön, wie das ausschauen könnte! Wenn Google damit vorangehen würde, hätten sie auch Twitter wieder etwas voraus und man spart sich die /xy-Endungen.

    Klasse, dass ihr nun auch tl;dr-Zusammenfassungen anbietet, auch wenn der Artikel so gut ist, dass ich ihn gerne komplett gelesen habe!

  2. 3 Robert November 21, 2011 um 5:11 nachmittags

    Das wärs :-) Schlecht ist auch die kryptische URL aber da sitzen die sicher schon dran!

    • 4 Falk Ebert November 21, 2011 um 5:14 nachmittags

      Danke!
      Das Thema Vanity URL wurde ja auch schon oft kritisiert. Allerdings sehe ich das nicht als ein ganz so dringendes Problem wie die Administration, da ja jede IT in der Lage sein sollte, ein plus.firmendomain.de o.Ä. einzurichten.

  3. 5 Daniela Skrzypczak November 21, 2011 um 5:12 nachmittags

    Toller Artikel dem ich ganz zustimme, ich gebe somit den Seiten einfach das persönliche Gesicht, was ja gerade Social Media für uns Alle so interessant macht. Hoffe das Google es liest :-)

  4. 7 Andreas Pfetzing November 21, 2011 um 8:51 nachmittags

    Ich finde den Vorschlag, die Verfasser von Beiträgen einer Google+ Seite sichtbar zu machen grundsätzlich gut. Es ist in der Tat so, dass man häufig den Eindruck hat, „mit einem Logo zu kommunizieren“.

    Allerdings denke ich auch, dass Unternehmen diesen Schritt ungern gehen werden, weil sie auf diese Weise ja quasi ein Stück ihrer eigenen Kommunikationshoheit abgeben, wenn Mitarbeiter hierdurch in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

    Aus Sicht der Mitarbeiter wäre dies natürlich genial. Als Botschafter einer bekannten Marke würde man sicherlich stark von dieser Öffentlichkeit profitieren und seinen eigenen Social-Media-Markwert deutlich steigern.

    Ich finde diesen Beitrag von Gefahrgut jedenfalls so gut, dass ich ihn jetzt auf meiner Google+ Seite markenfaktor posten werde ;-)

    • 8 Falk Ebert November 22, 2011 um 10:57 vormittags

      Danke! Markenfaktor schau ich mir mal an.

      Du hast auf jeden Fall Recht, dass manche Unternehmen diesen Schritt ungern gehen würden. Und auch manche Mitarbeiter skeptisch wären. Gerade bei erfolgreichen, großen Brands sieht man aber, dass es durchaus im Sinne des Unternehmens sein kann. Immerhin könnte man es auch so betrachten: Die Mitarbeiter geben ein Stück “Menschlichkeitshoheit” an das Unternehmen / die Marke ab. ;)

      Viele Grüße!

  5. 9 Christine Pfeil November 21, 2011 um 8:52 nachmittags

    Super Gedanken! Wenn das Google so umsetzen würde, wäre schon ein großer Schritt nach vorne gemacht! Hoffen wir mal….

  6. 11 Roland November 21, 2011 um 11:02 nachmittags

    Ich denke, dass eine so starke Personalisierung kaum machbar und auch aus der Sicht der Unternehmen nicht sinnvoll ist. Keiner will “Stars” schaffen und dabei selbst ins Hintertreffen geraten. Das will ja auch bei Fb keiner und es funktioniert gut so. Das System dort ist nicht so schlecht mit verschiedenen Admins, die tätig werden können.
    Derzeit herrscht einfach noch starker Handlungsbedarf im System.

  7. 19 Aysbert November 29, 2011 um 10:40 vormittags

    Klasse Idee. Vielleicht würde es könnte es auch eine gesunde Mischung sein?! Es gibt da “anonyme” Unternehmen, das “spricht”, wenn ein Mitarbeiter nicht persönlich in Erscheinung treten will oder die Nachrichten allgemeiner Art sind. Und es gibt (selbstbestimmte) Vertreter des Unternehmens, die dann – wie von Dir beschrieben – erscheinen.


  1. 1 Google+ Unternehmensseiten: So sollten sie wirklich aussehen » t3n News Trackback zu November 22, 2011 um 1:37 nachmittags
  2. 2 Fundstücke vom 22. November 2011 « daniel rehn – digitales & reales Trackback zu November 22, 2011 um 9:16 nachmittags
  3. 3 Was wurde eigentlich aus… Vol.2 « Gefahrgut Trackback zu März 13, 2012 um 8:17 vormittags

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