Sollte ein Werber das Programmieren lernen und wenn ja – wo und wie?

Um allzu große Enttäuschungen zu vermeiden: Die Frage, ob jeder Werber unbedingt das Programmieren lernen sollte, werden wir heute nicht abschließend klären können.

Nachdem ich aber meine ersten Code-Erfahrungen auf dem TI83 (langweiliger Matheunterricht auf dem Gymnasium) endlich mit ein wenig JavaScript und Basic ergänzt habe, kann ich zumindest sagen, was es mir bislang gebracht hat:

  1. Eine Menge Spaß.  Ernsthaft. Ich hätte nicht gedacht, dass das Tippen von kryptischen Textbausteinen so spaßig sein kann. Auch wenn man wirklich viel reinstecken muss, um Ergebnisse zu sehen.
  2. Ein besseres Verständnis von Computern. In der Tat habe ich das Gefühl, jetzt eher zu verstehen, was einen Computer ausmacht und wie die grundlegendste Architektur dieser Maschinen aufgebaut ist.
  3. Gehirn-Jogging. Ich glaube, das Programmieren hat den ein wenig eingerosteten Mathematik-Problemlösungs-Bereich meines Gehirns wieder aktiviert. Kann nicht schaden.
Zugegeben: Diese drei Punkte haben nichts mit der Frage zu tun, ob es sich aus einer professionellen Perspektive lohnt. Kommt jetzt.

Und was bringt es?

Aber eines ist klar: Wer selbst ein paar Zeilen Code geschrieben hat wird a) sicherer im Umgang mit Begrifflichkeiten b) besser mit Programmierern reden können und c) Probleme und Herausforderungen bei kleineren IT-Projekten eher verstehen.

Klingt nicht schlecht, oder? Aus ähnlichen Motiven habe ich mir vor einer gewissen Zeit ein wenig HTML und CSS angeeignet und es bislang absolut nicht bereut. Wer seine Werber-Seele nicht der sogenannten “Klassik” verschrieben hat, kann hier eigentlich nicht verlieren.

Und wo kann man am besten anfangen?

Inzwischen würde ich sagen: Mit Codecademy. Als ich mich zum Start für deren Newsletter, das CodeYear, eingeschrieben hatte, war die Lernplattform noch ziemlich mager und didaktisch wenig brauchbar. Inzwischen hat sie sich aber gemausert und mit jeder abgeschlossenen Übung macht mir das Lernen mehr Spaß. Bunte Badges hin oder her.

Codecademy Profil

Ja, die Plattform hat auch hier und da berechtigte Kritik einstecken müssen. Aber wie gesagt: Die Seite ist im Aufbau. Und durch die ständigen Verbesserungen kommt fast ein bisschen permanent-beta-Minecraft-Feeling auf. Alternativ zu Codecademy könnt ihr euch auch treehouse und SimpleBasic samt dem zugehörigen eBook anschauen.

Vielleicht steckt ja mehr Nerd in euch, als ihr bislang wusstet? Eure Erfahrungen und Meinungen gerne in die comments!

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Falk Ebert

15 Antworten zu „Sollte ein Werber das Programmieren lernen und wenn ja – wo und wie?“


  1. 1 Mox Januar 30, 2012 um 3:08 nachmittags

    Programmieren und die gecodeten Ergebnisse können Glücksmomente erzeugen.

    Problemlösung wird zum Rausch.

  2. 2 Felix Seibold Januar 30, 2012 um 3:17 nachmittags

    Schön, dass sich auch noch andere die Frage stellen, ob es sich lohnt. Noch schöner, dass du die Frage zumindest teilweise beantwortest^^

    Bei mir scheiterts lernen aber spätestens immer an der Frage: Welche Sprache würde sich am meisten lohnen? Ich hab mal nen online-AD gefragt und der hat mir zu C geraten, weil man von da sehr gut in viele andere Sprachen wechseln kann. Was wäre denn dein Vorschlag und warum?

    Gruß, Felix

    • 3 Kevin Januar 30, 2012 um 3:33 nachmittags

      Wenn du eine Sprache lernen möchtest, dann hängt das davon ab, was du damit machen möchtest und in welchem Feld du diese einsetzen möchtest.
      C-Sprachen werden meines Wissens nach eher in technischen Gebieten angewendet, Java dagegen wird zum objektorientierten Modellieren genutzt.
      Wenn du eine dieser Sprachen kannst und das Prinzip verstanden hast, dann kannst du meist sehr einfach auch auf andere Sprachen umsteigen, da sich die Sprache oft nur syntaktisch unterscheiden. Allerdings macht es da natürlich auch einen Unterschied, ob du selbst Code schrieben oder nur Code lesen und verstehen können willst.
      Hoffe, das hilft in wenig.
      VG
      Kevin

      • 4 Falk Ebert Januar 30, 2012 um 7:02 nachmittags

        Dem kann ich mich nur anschließen. Für den Web-Bereich ist aber ein sanfter Einstieg mit JavaScript (wie ihn auch Codecademy bereit hält) sicherlich nicht schlecht, denke ich.

      • 5 Felix Seibold Januar 30, 2012 um 11:06 nachmittags

        Danke erstmal für die schnellen Antworten. Ich denke objektorientiert ist mit Sicherheit keine schlechte Idee und ein Schlagwort an dem ich mich orientieren werde :)
        MfG, Felix

  3. 6 mohikaner Januar 30, 2012 um 3:18 nachmittags

    seinen horizont zu erweitern hat noch niemandem geschadet, auch werbern nicht… ;)

  4. 7 Kevin Januar 30, 2012 um 3:30 nachmittags

    Hey!
    Ich kann Java und bisher hat mir das nichts gebracht – zumindest nicht direkt. Allerdings stimme ich dir zu, dass es zu einem besseren Verständnis von Computern beiträgt, aber vor allem analytisches Denken fördert. Denn die Programmierung, der handwerkliche Teil, ist meist nicht das Problem, es geht mehr daraum strukturiert eine Lösung zu entwickeln.
    Was ich aber für Werber für sehr sinnvoll halte ist HTML und CSS. Bei Dingen wie JavaScript reicht es meiner Meinung nach aus, wenn man die Funktionsweise und Möglichkeiten kennt, die diese Sprachen bieten – ähnlich auch AJAX.
    VG
    Kevin

  5. 8 Benjamin Johannes Lang Januar 30, 2012 um 3:55 nachmittags

    ich denke derzeit darüber nach, nach meinem MW-Bachelor noch einen Medieninformatik-Studiengang zumindest anzufangen! Auch aus genannten Gründen.

    Wer als Medien-Kaufmann Medien verkaufen möchte, ist Mitten drin in der digitalen Technik. Und wer aber keine Ahnung vom Coden (HTML, CSS etc) hat, wird sich auch immer schwerer tun damit, z.B. Online-Marketing-Strategien wirklich sinnvoll zu fahren bzw. zu verstehen. Oder ein Online-Produkt zu planen und zu vermarkten.

    Wer also Radio, TV oder Print pur anstrebt, braucht wohl nicht zwingend Programmierer-Skills. Wer aber irgendwas mit Internet vor hat, kommt aus meiner Sicht nicht drumrum … zumindest nicht ums Bücher wälzen ;-)

    • 9 Falk Ebert Januar 30, 2012 um 7:10 nachmittags

      Stimmt alles, was du gesagt hast. Bin mir aber trotzdem nicht ganz sicher, ob man die Programme oder doch nur die Programmierer verstehen muss. ;)
      Neben dem Bücher wälzen helfen auf jeden Fall auch kleine private Projekte (z.B. eigene Website, automatisiertes Social-Sachen etc.) weiter.

      • 10 Kristof Schmit Januar 31, 2012 um 2:02 vormittags

        Hi Falk,

        das trifft es auf den Punkt, wollte ich gerade auch schreiben. Es kann nie schaden, wenn man zumindest sein gegenüber einschätzen kann.

        Interessanter Artikel, spricht mir etwas aus der Seele…

        Ich hab mir vor X++ Jahren mal HTML beigebracht (zu C++ und JavaScript, das wir in der Schule gelernt haben, habe ich nie einen Bezug gefunden, aus dem Gehirn gelöscht), zuerst in Netscape Composer (WYSIWYG) dann mit einem Bravo Screenfun Tutorial (http://de.wikipedia.org/wiki/Bravo_Screenfun), von Grund auf, im Texteditor.

        Das bevorzuge ich übrigens bis heute, auch wenn ich inzwischen professioneller wurde (XHTML, CSS, etwas PHP und MySQL). So verrückt es auch klingt und so wenig Nerd und Programmierer ich sein möchte (auch im Job) ist dennoch eines klar: meistens hat es Spaß gemacht. Und ich will keine Programmierer angreifen aber wenn es z. B. ums Coden einer Website geht will ich auch Pixel Perfectness im Code und dessen Output – und sicherlich keine Kompromisse. Da bin ich manchmal froh, dass(/wenn) ich es selbst hinbekommen kann, und zwar so penibel, wie ich es mir vorstelle :-)

        Grüße
        Kris

      • 11 Falk Ebert Januar 31, 2012 um 9:35 vormittags

        Die gute, alte BRAVO Screenfun! :)

      • 12 Christian Faller Januar 31, 2012 um 4:30 nachmittags

        Mit dem Bravo Screenfun Tutorial hab ich damals meine erste Website gebaut hahaha. Mit Beepworld war das, wenn ich mich recht erinnere.


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