
photo by Robert Hamilton (flickr)
Über die letzten Jahre hinweg fiel mir ein Muster in der Verhaltensweise der Leute auf, die ich bewundere. Das sind ehemalige Professoren wie Prof. Dr. Lehning, mein alter Ogilvy-Chef und Mentor Shalu Wasu, Finanzguru Ramit Sethi, der Blogger Tynan, oder einige meiner Freunde wie Falk, Jörg oder Kris. Dabei geht es nicht einmal so sehr um die Dinge die sie machen, denn in vielen Punkten bin ich mit diesen Leuten nicht einverstanden. Vielmehr bin ich davon beeindruckt, WIE diese Leute diese Dinge machen.
Sie sind allesamt “Do-Persons”: Sie TUN Dinge, anstatt nur darüber zu reden. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bestätigt sich immer wieder der Satz
“It’s better to beg for forgiveness than to ask for permission”
Es gibt viel zu gewinnen, wenn man den Mut hat etwas zu tun. Wenig, wenn man sich immer an die Regeln hält. Echtes Lernen beginnt dort, wo die Komfortzone endet. Ich habe alle oben genannten Personen in vielen Aufgaben scheitern sehen, aber das macht nichts aus, denn der Versuch zählt. Erfolg ist die Summe richtiger Entscheidungen. NICHT DAS PRODUKT! Ein einziger Erfolg kann zwanzig Fehlanläufe entschädigen. Aufgeben kommt für diese Personen nicht in Frage. Und das macht sie so gut.
Ich selbst bin unzählige Male gescheitert. Wenn Leute meinen Lebenslauf lesen, sehen sie das aber nicht. Sie sehen, dass ich in Chicago lebe, mein eigener Chef bin, lustige Bilder auf Facebook poste und die Welt bereise. Niemand sieht, dass ich in meinem Gmail Ordner ein Label habe, das “Failure” heißt. Hier ordne ich nicht nur Dinge ein, die ab und zu schief gehen, sondern ich habe sogar das Ziel, dieses Label konstant zu befüllen. Ich versuche pro Woche mindestens eine Email unter Failure einzuordnen. Denn wenn ich nicht mindestens einmal wöchentlich scheitere, bin ich offenbar nicht am Ende meiner Komfortzone. Nur dann wenn ich nachhaltig keinen Erfolg habe, habe ich mein Limit überschritten. Die meisten Leute scheitern NIE. Weil sie nie etwas tun, das unsicher scheint. Woher wissen sie also was noch alles möglich wäre?
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Interessane Gedanken. Aber was du als Ursache ansiehst (ich hoffe, ich interpretier da jetzt nicht zu viel rein), sehe ich schon als Auswirkung von etwas, das tiefer liegt. Einem inneren Drang etwas zu tun. Und besonders eine Abwesenheit von Prokrastination. Vielleicht mein ich auch nicht genau das, was du meinst.
Aber ich stimm dir auch zu: Es kann durchaus die Versagensangst sein, die viele dazu treibt, eben etwas nicht zu tun und nur darüber zu reden. Wahrscheinlich ist etwas von beidem.
Davon mal abgesehen: Was dich hier an den Machern beeindruckt, ist etwas, das mich an ihnen stört. Macher machen einfach. Zu häufig denken sie nicht und werden damit zur Belastung für ihre Mitmenschen.
Ich bin mir schon der Vorteile des Machens bewusst, aber ich würde es nicht so erheben, wie du es tust
Danke für deine Meinung Felix
Hey, vielen Dank für die Erwähnung, das bedeutet mir was!
Und ja, es gibt keinen besseren Lerneffekt, als das gute, alte auf-die-Fresse-fliegen.
Und die Komfortzone zu verlassen bedeutet ja nicht, dass man sich wie ein rücksichtsloser Idiot verhalten muss. Für mich bedeutet es vor allem, das Quäntchen Sozialphobie zu unterdrücken, das unnötigerweise in allen von uns steckt.
Diese Einstellung macht dich so sympathisch! “Scheitern” ist leider besonders in Dt. zu negativ belegt.
Danke! Gebe dir absolut Recht.
Danke für die Erwähnung – wobei du doch einer der größten DOer unter uns bist!
Grade beim Freelancen ist es sicher so, dass man einfach nur besser wird wenn man vor jedem neuen Auftrag nicht genau weiß, wie man es lösen wird oder wie lange es genau dauern wird.
Ich würde sogar sagen, dass der Perfektionismus, der in vielen Jobs von einem erwartet wird, ein großes Problem ist, da er das Scheitern verdammt. Man wird an vielen Stellen zur “Nummer sicher” gedrängt und entwickelt so weder sich selbst noch die Firma weiter. Das mag nicht für wirklich wichtige Aufgaben gelten aber für viel Kleinteiliges mit Sicherheit!
Hätte es nicht besser sagen können