1. Der Filter Bubble entfliehen
Google personalisiert die Suchergebnisse enorm. Facebook zeigt uns vor allem die Statusupdates, die wir voraussichtlich liken werden. Und auf Twitter folgen wir am liebsten Personen, die unser Weltbild teilen. Da liegt die Gefahr einer Filter Bubble nahe.
Doch dagegen kann man ankämpfen. Und so schwer ist das gar nicht: Personen und Blogs mit anderer politischer Couleur folgen (und ab und an mal Mainstream-Journalismus konsumieren) ist ein erster guter Schritt.
2. Eine Balance beim Sharing finden
Post Privacy, die komplette Transparenz, ist ein Kampfbegriff, eine These im dialektischen Dreischritt. Post Privacy ist aber keine Option für eine Gesellschaft. Und nichts von sich preisgeben, das ist in unserer vernetzten Welt ebenso unmöglich wie schädlich.
Dazwischen muss jeder digital native seinen Weg finden. Es gibt hier kein Patentrezept, aber die Reflektion ist enorm wichtig.
Es gibt zahlreiche politische und pädagogische Initiativen, die unseren Kindern das beibringen sollen. Das Problem: Wenn Blinde über Farben sprechen…
3. Längere Aufmerksamkeitsspannen trainieren
Eine Stunde Dokumentation ist ergiebiger als zwölf YouTube-Videos. Und in der Zeit, die wir auf Facebook verbringen, kann man ganze Buchbände lesen. (Buchtipps hier)
Was für den Medienkonsum gilt, gilt auch für das Arbeiten: Längere Arbeitsphasen sind wichtig! Auch, wenn alle fünf Minuten eine Mail reinkommt, braucht man Arbeitszyklen von mindestens 20 Minuten, um wirklich effektiv arbeiten zu können. Das muss man sich antrainieren.
4. Den Kontakt in persona würdigen
Bei meetings, am Tisch, beim gemeinsam Bahn fahren: Pushnachrichten ignorieren. Es kann nicht sein, dass mobile devices als Schutzschild gegen zwischenmenschlichen Kontakt dienen. Raus aus der Komfortzone.
Und ja, es gibt Meetings, bei denen man die Zeit mit dem Beantworten von Mails wirklich produktiver verbringt. Das spricht aber für die Notwendigkeit einer anderen Meetingkultur, nicht für das Smartphone im Meeting.
5. Informationen selektiv beschaffen, filtern, bewerten
Ein Wikipedia-Artikel kann genauer als ein Buch sein. Ein Agenturfoto kann gestellt sein, während auf YouTube andere Szenen gezeigt werden.
Wir können Informationen längst nicht mehr nach dem Medium bewerten. Wir können die Grenze auch nicht mehr zwischen redaktionellem Journalismus und Äußerungen von Laien ziehen. Ja, das macht alles viel komplizierter. Und deshalb ist das Beschaffen, Filtern und Bewerten von Informationen ein unglaublich wichtiger Punkt im Skillset von digital natives.
6. Positiv prokrastinieren lernen
Man kann nicht nicht prokrastinieren. Vor allem, wenn man Internetzugang hat. Also immer. Man kann nur den Umgang damit verbessern. Und positiv, also mit sinnvollen Dingen, prokrastinieren.
Diese Liste könnte ein Anfang sein.
7. Bewusst offline gehen
Ja, das Internet ist weniger ein Second Life, als ein Spiegel der Realität. Und wer viele Online-Freunde hat, ist kein Internet-Nerd, sondern auch offline sozial stärker. Wissen wir. Und Internet-Diäten sind ziemlich langweilig. Habe es schon mehrfach gemacht und es haben sich fast keine positive Effekte eingestellt. Wenn ihr was fasten wollt, versucht es mit Fernsehen, processed food oder Alkohol.
Und dennoch ist es wichtig, das “Offline” ab und an bewusst zu genießen. Die Welt ist auch schön, wenn wir sie nicht mit Instagram ablichten.
Bonus: Programmieren lernen
Als absoluter Bonustipp: Lernt programmieren! Es gibt vermutlich kaum eine bessere Investition in die Zukunft. Und da Programmieren immer noch nicht Pflichtfach in allen weiterführenden Schulen in Deutschland ist, empfehlen wir Codecademy!
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Bildet Flipboard eine Filtering Bubble? Wenn überhaupt aber nur, wenn ich eine vordefinierte Kategorie wähle und nicht wenn ich Google Reader integriere, oder?
Hat da jemand Erfahrungen?
Auch bei Flipboard gilt das grundsätzliche Problem:
- Die Accounts von Sozialen Netzwerken (fb, tw, tu, ig) zeigen den Content meiner ausgewählten Freunde
- Google Reader zeigt die Feeds, die ich aktiv abonniert habe
- “popular on Flipboard” zeigt, was einer relativ homogenen Masse an Usern gefällt
- und schließlich bleibt es ein komplett personalisiertes Magazin.
Generell filtert es aber nicht so stark, weil es die Artikel in den Feeds alle anzeigt, unabhängig von Shares und Likes.
Viele Grüße!
Reblogged this on The American Scholar und kommentierte:
oder vielleicht doch? Ich bin der Überzeugung, die Schule kann und muss den digital babies Hilfestellungen geben.