Amazon Kindle Vorteile und Nachteile (Erfahrungsbericht)

Nachdem ich meinen Kindle nun seit ca. 2 Jahren benutze, ist es Zeit für einen Erfahrungsbericht. Der Ebook Reader von Amazon hat für mich viele Vorteile. Gleichzeitig bin ich aber ehrlich, und zeige auch einige der Nachteile des Kindles auf.

Insgesamt möchte ich vorweg nehmen, dass ich mit dem Gerät nach wie vor, sehr zufrieden bin und es auf keinen Fall missen möchte. Ich werde untenstehend nicht alle Vorzüge, die ich in meinem Artikel “10 Gründe warum ihr Euch das Kindle noch heute kaufen solltet”  bereits aufgelistet habe, noch einmal aufzählen. Vielmehr soll es eine Art Review des Ebook Readers sein, das euch die typische Nutzung in meinem Alltag erläutert.

Übrigens: Wer noch keinen Kindle hat, kann ihn inzwischen sehr günstig bei Amazon kaufenDie Reader werden von Amazon derzeit sogar verlustbringend verkauft, um die Technologie zu verbreiten. Wenn jemals ein guter Zeitpunkt war um zuzuschlagen, dann jetzt! Dass diese Idee bereits einige andere Leute hatten, zeigt sich daran, dass sich Kindle Ebooks inzwischen in höherer Stückzahl verkaufen als ALLE Papierbücher zusammen.

Vorteile des Amazon Kindle

Ich lese automatisch mehr

Lesen ist etwas so Gutes. Es regt die Fantasie an, ist unglaublich lehrreich, man lernt sich in der geschriebenen Sprache auszudrücken und es macht je nach Buch schlichtweg Spaß. Aber ich persönlich bin oft faul und nehme den einfacheren Weg: Fernsehen, Youtube, irgendeine Serie, etc. Passives Konsumieren ist immer einfacher. Der Mensch wählt immer den Weg des geringsten Widerstands. Mit dem Kindle hingegen kann dieser Weg auch zum Lesen führen. Alle Bücher auf einem Gerät, immer dabei, man kann einfach zwischen Literatur wechseln, es ist praktisch überall dabei. Über die letzten zwei Jahre habe ich dadurch wesentlich mehr gelesen als zuvor. Was genau ich gerade lese und was ich bereits abgeschlossen habe, kann man in meinem digitalen Bücherregal sehen: Chris Bookshelf

Bücher günstiger und schneller kaufen

Inzwischen gibt es eine Kindle Version von fast jedem brauchbaren Buch das neu erscheint. Und glücklicherweise sind die Bücher in der Regel immer billiger als in Hardcover. Zudem hat man sie direkt auf dem Gerät, in der Sekunde in der man sie kauft. Für Reiseführer, die man noch kurzfristig anschaffen möchte, ist das zum Beispiel super. Falls ihr ein Kindle habt und gerade Lust auf ein neues Buch bekommt, empfehle ich euch übrigens mein Lieblingsbuch Ender’s Game.

Gerät ist robust und verzeiht viel

Ich bin auch mit der Verarbeitung des Kindle sehr zufrieden. Da es so leicht ist, machen kleinere Stürze dem Gerät nichts aus. Der Bildschirm – der ja eigentlich gar keiner ist – verzeiht auch ziemlich viel und hat bei mir bislang weder grobe Kratzer, noch andere Schäden. Und das obwohl mein Kindle bereits einige Reisen im Rucksack hinter sich hat und nahezu jeden Tag die täglichen Strapazen in Bus und Bahn mitmachen muss. Ich nutze zum Schutz eine extrem schlichte Neopren Hülle, die man auch bei Amazon bekommt. Meiner Meinung nach ist es die beste Hülle für den Kindle aus folgenden Gründen:

  • Extrem leicht
  • Wasserfest
  • Unkaputtbar (das Neopren ist sehr haltbar)
  • Elastisch wenn sie ohne Inhalt ist
  • Sehr preiswert

Man muss dazu sagen, dass die Hülle am Anfang EXTREM nach Chemie riecht. Nach ca. 4 Wochen hat sich das aber erledigt und alles ist bestens. Nur als Vorwarnung.


Liegt gut in der Hand

Das mag unwichtig erscheinen, aber der Kindle liegt sehr gut in der Hand. Vor allem kann man ihn durch das leichte Gewicht auch sehr angenehm in einer Hand halten. Das geht mit den meisten Büchern nicht. Beim Warten am Bahnhof ist es einfach angenehmer nur eine Hand zu benötigen. Und im Zug kann man sich dadurch gleichzeitig noch immer festhalten, obwohl man liest. Mein persönlicher Favorit was Handlichkeit angeht ist der Kindle Touch 3G, der sogar über weltweit kostenloses 3G verfügt, was ihn vor allem für Reisende eine spitzen Option macht.

Nachteile des Kindle

Ich möchte wie gesagt alle Karten offen auf den Tisch legen. Es gibt durchaus auch negative Aspekte des Ebook Readers.

Zeitungen und Reiseführer unangenehm zu lesen

Wer die Intention hat als Hauptnutzen Reiseführer oder Zeitungen zu lesen, der mag mit einem iPad oder Kindle Fire besser bedient sein. Das liegt daran, dass häufiges “Herumspringen” im Dokument und die Suche nach ganz bestimmten Seiten, zwar gut funktioniert aber nicht so angenehm ist wie in haptischer Form oder auf einem Tablet. Es ist durchaus möglich und ich nutze meinen Kindle auch für solche Zwecke, aber hier glänzt das Gerät nicht gerade.

In manchen Situationen ungeschickt

Es gibt Momente, da passt das Gerät einfach nicht so gut. Zum Beispiel am Strand. Hier nehme ich immer lieber ein Papierbuch mit, da der ganze Sand der umherbläst der Technik nicht so gut bekommt. Es ist dann einfach ungemütlich wenn man die ganze Zeit so sehr aufpassen muss, dass nichts passiert. Diese Situationen sind aber selten und daher zu verschmerzen. Außerdem: Es spricht ja nichts dagegen hin und wieder auch ein klassisches Buch zur Hand zu nehmen.

Notizen machen

Notizen kann man auf dem Kindle zwar machen, aber so richtig Spaß macht es nicht, denn es ist eher träge. Ob Touch oder mit Tastatur – die ein oder andere Notiz kann man schnell machen, aber richtig lange Kommentare oder Gedankengänge sind dann doch etwas nervig. Daher ist der Ebook Reader für Skripte an der Universität nicht die ideale Lösung. Wer aber eher Sachbücher liest und dabei Wissen nur passiv “konsumiert” und auch ab und an mal einen Roman schnappen will, der ist mit dem Kindle sehr gut beraten.

Fazit

Wie bereits erwähnt, überwiegen für mich die Vorteile eindeutig und meine Erfahrung zeigt, dass das Gerät alles hält was es verspricht: tolle Batterie Laufzeit, super Kontrast, ordentliche Funktionsweise etc. Nach über zwei Jahren Nutzung, kann ich guten Gewissens sagen, dass der Kindle eine der besten Anschaffungen meines Lebens war.

Wer gerne und viel liest, kommt an dem Gerät meiner Meinung nach nicht mehr vorbei. Ich liebe meines, meine Eltern benutzen inzwischen auch beide einen Kindle, und bei einem Preis von unter 100€, kann man absolut nichts sagen.

Christian Faller

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10 Antworten zu „Amazon Kindle Vorteile und Nachteile (Erfahrungsbericht)“


  1. 1 Lars Budde (@larsbudde) August 9, 2012 um 2:41 nachmittags

    Ich bin genauso zufrieden mit meinem Kindle. In meinen Augen gibt es nur eine Art von Büchern, die für den Kindle absolut ungeeignet sind: Sachbücher, die Grundlagen vermitteln.

    Sobald man in einem Thema drinsteckt und nicht ständig irgendetwas nachschlagen muss, ist der Kindle perfekt. Wenn ich mich aber in ein Thema einlesen möchte, dann öffne ich das gelesene Buch aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Zukunft noch einmal, um Definitionen oder Erklärungen nachzuschlagen.

    Von diesem Einzelfall einmal abgesehen bin ich aber absoluter Kindle-Fan.

  2. 3 Hendrik August 13, 2012 um 11:38 vormittags

    @Lars Ich finde den Kindle gerade bei Sach- bzw. Fachbüchern praktisch. Allerdings erst durch Verwendung des Kindle Cloud-Readers. Ich nutze viele Bücher privat als auch beruflich bzw. im Büro, Zuhause und Unterwegs und habe darüber immer alle Infos sofort online parat. Das ist aber in der Tat eher ein Argument für das Kindle-Enviroment und weniger für den reinen Hardware-Kindle

  3. 4 Philipp Werner August 13, 2012 um 9:41 nachmittags

    hey chris,

    vielen dank für den artikel, ich überlege derzeit meinen eltern ein kindle anzuschaffen. dabei bin ich allerdings auch nach erneutem lesen deines älteren artikels nicht sicher, ob das für sie als digital immigrants wirklich die praktischste lösung ist. denn mit calibre und metatags haben meine eltern nichts am hut, aber vielleicht sieht es bei deinen ja auch so aus.

    daher meine frage: wie lange hast du gebraucht, um deinen eltern die bedienung bzw. die bücherverwaltung zu erklären? oder sind sie ansonsten auch sehr fit am pc? hast du für deine eltern das touch 3G gewählt oder die version um knapp 100€?

    • 5 Christian Faller August 13, 2012 um 9:49 nachmittags

      Meine Eltern sind sicherlich keine PC Geeks. Normaluser würde ich sagen. Nutzen es halt geschäftlich etwas und machen viel mit Email etc. Also sie kennen sich definitiv genügen aus um grundlegende Sachen zu machen, viel mehr aber nicht. Solange das Internet geht und der Browser auf dem Desktop zu finden ist stimmt die Welt ;-)

      Beide haben sich sehr schnell an den Kindle gewöhnt. Vor allem da sie ohnehin nur Romane lesen und sich mit so Sache wie Notizen etc nicht auseinandersetzen müssen.

      Über Amazon Whisper Sync kann man die Bücher mit einem Klick kaufen direkt aufs Gerät, dann muss man mit Calibre etc absolut nichts machen. Und selbst wenn man nicht über Amazon kauft sondern ein eigenes PDF oder .mobi Buch lesen möchte, kann man es einfach per Email aufs Kindle senden. Ganz einfach. Mit Metatags muss man sich nur rumärgern wenn man horrende Mengen an Daten auf dem Gerät hat und großen Wert auf korrekte Bezeichnung von Autor etc legt – fürs Lesen also eigentlich lächerlich egal.

      Ich mache es manchmal so, dass ich PDFs für meine Eltern auf ihr Kindle lade. Sie haben einfach meine Email freigeschalten, also kann ich das selbst aus Amerika machen. Sie müssen es also nur anschalten und alles ist drauf.

      Ich würde als Anfang das Standard Gerät vorschlagen für 99€ http://goo.gl/Oizfl

      Alternativ noch mit Touch, aber 3G ist für deine Eltern wohl over-the-top und nicht so wichtig :)

      Hoffe das hilft etwas!

  4. 7 RoFrisch August 20, 2012 um 12:14 nachmittags

    Meine Freundin hat sich ein interessantes Buch gekauft und ich habs gleichzeitig als eBook ausgeliehen (Stadtbücherei Onleihe). Was mich an der eBook-Darstellung im Vergleich zur Druckversion extrem nervt: Das Papierbuch ist ansprechend optisch gegliedert, mit unterschiedlich großen Überschriften, Textboxen, grau hinterlegten Zusatzinfos, etc. In der e-Version kann ich davon nichts erkennen. Ich kann nur durch den Kontext raten, wo die Textbox aufhört und wo der Fließtext wieder anfängt, etc.
    Und das ist nicht das erste eBook, wo mir die Gestaltung negativ auffällt. Falls man überhaupt von Gestaltung reden kann.
    Bei einem Roman mag das keine Rolle spielen, aber bei den bisher von mir (auf dem Smartphone) getesteten eBooks ist es mir mehrfach negativ aufgefallen.

    • 8 Christian Faller August 20, 2012 um 1:01 nachmittags

      Hallo, danke für das Kommentar!

      War das ein älteres Buch oder eine Neuerscheinung? Mir ist das Problem nämlich auch schon aufgefallen, allerdings noch nie bei einem neuen Buch. Bei alten ist es oft so, dass der Vollständigkeit Halber die eBook Version noch hingeschlampt wird, ohne viel Liebe und Konzept. Bei neuen Büchern wird das meist sinnvoll gelöst. Graue Textboxen sind zwar nicht möglich, aber ich fand es bisher meisten sehr übersichtlich und die Überschriften waren gut gelöst.

      Aber es macht Sinn, das anzusprechen, da es bei älteren Büchern in der Tat ein Problem ist. Genauso sicherlich bei Sachbüchern, die sehr auf solche Gestaltungselemente zurückgreifen. Danke!


  1. 1 Vor- und Nachteile des Kindle Readers im Überblick | eBooks-lesen.net Trackback zu September 6, 2012 um 11:58 vormittags

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