“Bilder für den Bildschirm legt man mit 72 dpi an.” Was ist dran an dieser Faustregel?
Absolut nichts. Ich sag es noch mal: Nichts!
Print mit 300 dpi, Bildschirm mit 72 dpi. Diese Binsenweisheit ist sogar so falsch, dass ich einen Artikel darüber schreiben muss.
- Wir reden nicht von Druckpunkten (dots), sondern von Bildpunkten (pixel), dementsprechend müsste es eigentlich ppi heißen. Egal…
- Wie viele Pixel auf ein Zoll (inch) kommen, hängt vom Gerät ab, dass die Pixel darstellt. Mein TFT-Monitor ist 52 Zentimeter breit, hat 1920 Pixel in der Breite und damit rund 94 Pixel pro Zoll. Mein iPad 2 hat 768 Pixel auf 15 Zentimeter und damit rund 130 ppi. Wenn ich ein Bild auf beiden Geräten darstelle, hat es bei beiden gleich viele Pixel, ist aber unterschiedlich groß. Das bedeutet, es hat in beiden Fällen eine unterschiedliche dpi/ppi-Zahl und in beiden Fällen sind es nicht 72.
- Die dpi-Werte, die ich bei Photoshop einstellen kann, sind nur Meta-Daten. Die bestimmen z.B. wie groß das Bild ist, wenn ich es in einem InDesign-File platziere. Sie haben aber nichts mit der tatsächlichen Qualität des Bildes zu tun. Dafür zählt die einzige harte Währung im Digital-Geschäft: Pixel!
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Woher kommt dieser ganze 72 dpi-Kram dann überhaupt? Aus der Zeit, als es noch Röhrenmonitore gab und die alle ungefähr 72 dpi hatten. Das ist im Zeitalter der Retina-Displays aber endgültig überholt.
Wenn euch also das nächste Mal jemand fragt, wie viel dpi die Bilder für die Website brauchen, knallt ihr ihm diesen Artikel um die Ohren. Und dann sagt ihr, welche Pixel-Auflösung die Bilder haben sollen.
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Dieses Thema lässt dich seit dem ersten Semester & Herrn Novosel nicht mehr los
Aber recht hast du immer noch…
Haha, die ganze Vorlesung lässt mich nicht mehr los.
Auslöser für den Post war aber, dass ich neulich erkennen musste, dass selbst extrem talentierte Screendesigner noch an die 72dpi glauben.
Naja, aber irgendwas muss ich ja bei einem neuen Dokument für die ppi angeben. Heißt das, ich ignoriere diese Angabe einfach und lasse sie beim Standard (die voreingestellten 72 ppi bei Designs für Bildschirme)?
Genau, wenn du für Screen arbeitest, kannst du es getrost ignorieren. Das sind dann sinnlose Metadaten. Wenn es später z.B. in InDesign eingefügt werden oder gedruckt werden soll, kann die Zahl sinnvoll sein. Da würde man dann, z.B. wenn man ein neues Dokument anlegt, die dpi UND die mm-Maße eingeben und mit den resultierenden Pixeln arbeiten.
Ok, verstanden. Das heißt, ich sollte mir vorher unbedingt klar machen, für welche Medien ich das Design erstelle um schon vorher die richtigen Einstellungen zu treffen.
Gegen diesen 72ppi-Aberglauben kämpfe ich schon seit Jahren an:
http://rofrisch.wordpress.com/2011/01/23/au01/
Man bekommt dieses Mem aber nicht aus den Köpfen der Allgemeinheit. Deshalb habe ich mir angewöhnt, 300ppi als Voreinstellung zu verwenden, dann sind die Ahnungslosen zufrieden, dass es genügend Auflösung für alle Zwecke hat.
Dein Artikel beschreibt das Thema ziemlich gut! Keep up the fight!
yepp, stimmt, der artikel beschreibt das thema gut! fakt ist aber auch, dass ich als zeitungsmensch immer noch auf die 300 dpi angewiesen bin, weil solche zeitungssat/foto-programme wie colour factory und funkinform-dialog nur so arbeiten.
Klar. Wenn das Bild irgendwann in einer bestimmten Größe auf dem Papier ist, ist die Auflösung relevant. Nur für Screen ist es eben bequemer, direkt mit absoluten Pixelmaßen zu arbeiten.