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Gastartikel: Warum Social Media Marketing nur (noch) selten funktioniert?

Social Media Marketing

Photo by Jason. A. Howie (flickr)

Wir freuen uns mal wieder über einen neuen Gastartikel auf dem Gefahrgutblog. Diesmal von einem alten Freund von mir aus Hamburg, Conrad S. Conrad. Conrad berät und unterstützt eine Anwaltskanzlei aus Hamburg seit über vier Jahren in Sachen SEO und hat das 1. Jur. Staatsexamen mit Schwerpunkt Medienrecht. Seit ich ihn vor vielen Jahren kennengelernt habe, arbeitete er bei zahlreichen großen Onlineportalen aktiv mit und weiß wie das Socialweb tickt. Im Gegensatz zu Falk und mir bringt er eine juristische Perspektive für das Thema Social Media mit, die etwas kritischer als unsere übliche Sicht auf das Thema ist. Wir freuen uns daher darüber, seine Gedanken zum Thema mit euch teilen zu dürfen.

Das „Social Media Marketing“ ist seit Jahren nicht mehr wegzudenken, wenn es um intelligente Werbung, Vertriebskanäle für Unternehmen sowie das Branding einer Marke geht. Was einst im frühen Zeitalter des Internets die Banner-Werbung oder das Sponsoring war, musste neueren Trends weichen, die vom viralen Marketing durch Youtube-Videos bis hin zu Fansites bei Facebook reichen.

Der Erfolg mag diesen recht geben, wie diverse Studien über die Effektivität und Steigerung der Akzeptanz beim User belegen. Auch wenn sich in letzter Zeit immer mehr Menschen beispielsweise über die im News-Feed platzierte Werbung bei Facebook echauffieren[1], erscheint die Strategie von Mark Zuckerberg und Co. konsequent[2]. Durch personalisierte Werbung – lassen wir die rechtliche Zulässigkeit solcher Methoden einmal außen vor – wird dem Benutzer ein vermeintlich passendes Portfolio an Produkten geboten und damit ein persönlicher Bezug suggeriert. Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir auf aufgerufenen Webseiten nur solche Produkte eingeblendet sehen, die sich in unserem Kleider- oder Kühlschrank befinden. Spätestens bei der Verknüpfung von Daten aus dem Internet mit weiteren „offline“-Daten dürfte so etwas problemlos umzusetzen sein.

Ein wesentlicher Bestandteil der Marketing-Strategie ist Social Media, um Unternehmen und Kunden direkt zu vernetzen. Der Clou: Durch die Nähe zum Kunden kann dieser direkt beeinflusst oder zumindest „informiert“ werden. Wenn sich das Unternehmen mit dieser Strategie gut aufstellt, tritt der Werbecharakter in den Hintergrund und es entstehen fast schon „freundschaftliche“ Beziehungen zu den Endverbrauchern. So liegt es auf der Hand, dass immer mehr Unternehmen in die sozialen Netzwerke drängen und sich dort mit einer Fanseite dem Kunden möglichst zum Anfassen nähern.

Der Kunde kann auf diese Weise frühzeitig über neuste Produkte und Rabatt-Aktionen informiert oder sogar mit Gewinnspielen gebunden werden und fühlt sich im Idealfall heimisch umgarnt. Exklusive Inhalte, private Einblicke und persönliche Worte runden das Angebot optimalerweise ab. Und wenn beispielsweise TK-Unternehmen noch direkten Support über ihre Fanseite offerieren, scheint das Konzept doch aufzugehen, oder?

Einige neuere Marketing-Strategien

Weiterlesen ‘Gastartikel: Warum Social Media Marketing nur (noch) selten funktioniert?’

Medienbruch – You’re doing it wrong.

Viele kritisieren ja, dass Deutschland kein guter Standort für digitale Startups wäre. Dabei tut unsere Regierung wirklich etwas dafür, dass das nächste Facebook, Twitter oder Amazon aus Deutschland kommt. Wirklich!

Zum Beispiel mit solchen Plakaten.

Plakat des BMWi

Klick in die Zukunft? Dieses Plakat bewirbt eine App mit einem QR-Code. Geht es da nicht eher um einen Tap oder einen Scan? Egal, wir sind ja nicht kleinlich.

Natürlich haben wir den Code probeweise gescannt.

Landing Page

Was für eine wunderschöne, perfekt mobil optimierte Landing Page. Offensichtlich hat keiner der Verantworlichen die Seite jemals mit einem halbwegs aktuellen Gerät getestet. Egal, auch darüber kann man hinwegsehen.

Zeit, die App zu testen.

Fehler

Das klappt ja schon mal prima! Egal, QR-Codes scannt ja sowieso keiner.

Suchen wir doch mal direkt im App Store.

Suche nach Start App

Nicht unbedingt das, was ich erwartet habe. Egal, Appstore-SEO ist eine Disziplin, die wirklich nicht jeder beherrschen muss.

Unter den weiteren Treffern war die App dann auch. Und mit was wurde meine hartnäckige Suche belohnt? Mit solchen unglaublich hässlichen Screens:

Screenshot der App

Are. You. Fucking. Kidding. Me.

Das wäre alles noch irgendwie witzig, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass das BMWi dafür vollkommen ungerechtfertigte Summen an Steuergeldern rausgehauen hätte.

So wird das nichts mit dem Facebook aus Deutschland, lieber Herr Rösler!

And now for something completely different: In UK ist man uns, wie immer, einen Schritt voraus. Dort habe ich letzte Woche erste Billboards mit fest installierter QR+NFC-Lösung gesehen.

Billboard mit NFC

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Falk Ebert

Der eine Trick, der eure liebsten Online-Tools noch besser macht.

Eine kleine Sammlung mit dem jeweils besten Tipp, den ich für den entsprechenden Dienst geben kann. Ich werde keine Links oder genauen Erklärungen in diesen Artikel einbauen, weil das eigentlich jeder selbst hinbekommen sollte.

Hoffentlich ist für jeden was dabei!

 

Google Suche: Benutzt Chrome!

  • Die Omnibox ist sehr kluk. K-L-U-K.

Google Calendar: Aktiviert Friendly Reminders!

  • Kann man in den Labs einschalten. Dann kommen Erinnerungen für Termine als Pop-Up-Boxen, die man gemütlich wegklicken kann.

Google Drive: Holt euch die Android-App!

  • Meine Herren, eine so gute und praktische App habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Damit lassen sich Gdocs bearbeiten, formatieren und kommentieren, als ob es nix wäre. In Echtzeit!

Google Maps: Verlinkt Orte!

  • Mit dem Link-Symbol in der Marginalspalte könnt ihr Links auf die aktuelle Ansicht setzen. Sehr praktisch zur Kommunikation mit Freunden.

Facebook: Nutzt die Restricted-Liste!

  • Nach dem Hinzufügen eines Pseudo-Freundes einfach auf die Eingeschränkt-Liste setzen (Mouseover beim Freunde-Button). So kann man Freunschaftsanfragen annehmen, ohne darüber nachdenken zu müssen.

Twitter: Macht euch eine VIP-Liste!

  • Eine geheime Liste anlegen, als Bookmark speichern und dann alle Leute reinhauen, die a) euch etwas bedeuten und/oder b) hochrelevant twittern. Macht Twitter besser.

YouTube: Nutzt Watch Later!

  • Mit Watch Later kann man Videos zur entsprechenden Liste hinzufügen. Das geht auch bei eingebetteten Videos. Dann kann man sie beim Spülen gemütlich auf dem iPad ansehen, oder im Smartphone automatisch vorladen lassen, damit sie in der U-Bahn später keinen Traffic brauchen. Extrem praktisch.

Pinterest: Folgt EUREN Interessen!

  • Lasst euch nichts erzählen über Zielgruppen und Themen bei Pinterest. Macht ein Board über etwas, bei dem ihr wirklich passioniert seid. Follower werden kommen.

Memrise: Ignoriert Wörter!

  • Manche Kurse enthalten Wörter, die z.B. einen Tippfehler haben oder zweideutig sind. Nicht ärgern – einfach ignorieren drücken.

Codecademy: Gebt der Seite noch eine Chance!

  • Dort hat sich viel getan seit unserem letzten Artikel – schaut mal vorbei!

Quora: Schaut euch die Trending Topics an!

  • Neues Feature, rechts in der Seitenleiste. Macht Spaß.

Instapaper: Benutzt Bookmarlets für Ordner!

  • Für jeden Ordner bei Instapaper könnt ihr ein eigenes Bookmarklet in den Browser ziehen. Das spart das Sortieren.

Tumblr: Schaut euch die App an!

  • Selbst wenn ihr sie nicht verwendet, ist sie ein schönes Beispiel für Mobile-Design.

Reddit: Sucht euch einen Client aus!

  • Die Seite selbst ist hässlich. Es gibt aber fantastische Clients. Mein Favorit: Alien Blue für das iPad.

Spotify: Macht Trennstriche

  • Eine neue Playlist anlegen, “-” nennen, staunen. Schöne Trennstriche für eure Playlists.

 

Kanntet ihr alles schon? Euer Lieblings-Tipp war nicht dabei? Ab in die Kommentare damit!

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Falk Ebert

Liebe Telekom-Kunden, könnt ihr kurz kündigen? Danke!

wait for it

Was schon lange geleaked war, wurde letzte Woche offiziell: Die Telekom hat die Netzneutralität abgeschafft.

Das drittschlimmste ist, dass sie es überhaupt macht, obwohl ihre derzeitigen Angebote im Vergleich zu den heutigen technischen Möglichkeiten lachhaft sind. Hier ein schmerzhafter Vergleich mit dem, was Google in den USA gerade auf die Beine stellt.

Das zweitschlimmste ist, dass die Rahmenbedingungen unverschämt sind. Die Volumengrenzen sind für Familien, WGs oder Computerspieler kaum einzuhalten. Und zukunftsfähig sind sie sowieso nicht.  Plus: Die gedrosselte Geschwindigkeit ist keine Bremse, sondern schlichtweg: kaputt! So etwa.

Über diese zwei Probleme lässt sich diskutieren. Das schlimmste an der Problematik ist aber etwas anderes: Die Telekom bevorzugt bei den Volumengrenzen eigene Entertainment-Dienste. Das ist der eigentliche Skandal! Das ist in etwa so, als ob Vattenfall euch weniger Strom gibt, wenn ihr euren Fön nicht bei Vattenfall gekauft habt. Macht Sinn.

Die Abschaffung der Netzneutralität ist gefährlich für unsere Demokratie und schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland. Und sie ist ätzend.

Was also ist zu tun: Kündigt bitte bei der Telekom, wenn ihr DSL-Kunde seid. Und sagt auch euren Verwandten und Freunden, dass sie kündigen sollen. Nur so können wir einen Dominoeffekt und einen langfristigen Schaden für Deutschland verhindern.

Danke!

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Falk Ebert

Vier Jahre YouTube-Sperre. Fünf Fragen an die GEMA.

GEMAdialog

Nach unserem Artikel über das frustrierende Quora-Erlebnis gestern, hat sich die GEMA eingeschaltet. Erst mit einem Tweet an unsere Leser Tilo und Kristof, dann in Rücksprache mit mir.

Wir begrüßen es, wenn die GEMA den Dialog in den sozialen Netzwerken sucht. Und wir versuchen als Blog, immer beide Seiten abzubilden, auch wenn wir ab und zu ganz gerne ab-ranten.

Klar, die GEMA blockt nicht, sondern YouTube, weil die zwei Verhandlungspartner sich über die Vergütung für das geschützte Material nicht einigen können. Das war uns klar. Das hilft nur den deutschen Usern, deren Internet kaputt ist,  nicht weiter.

Deshalb jetzt: Fünf Fragen an die GEMA, die hoffentlich helfen, ein etwas differenzierteres Bild der Situation zu zeichnen.

  1. Aus einer Meta-Perspektive betrachtet: Wieso scheint nur Deutschland bislang keine Einigung mit Google zu gelingen? Was ist der aktuelle Stand und wie könnte die Problematik für deutsche User in absehbarer Zukunft gelöst werden?
    Den aktuellen Stand, sowie den Verlauf der ganzen Geschichte können Sie auf unserer Seite hier nachlesen https://www.gema.de/presse/top-themen/youtube.html. Zum Thema “Einigungen von YouTube mit anderen Ländern” gibt es hier einen interessanten Artikel, der den Sachverhalt ganz gut beschreibt https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Presse/Top-Themen/virtuos_youtube.pdf.
  2. Wie bewertet die GEMA den Imageschaden, der durch die gesperrten Videos entsteht? Wie sieht die GEMA generell die  Entwicklung der immer schärferen Kritik an der Verwertungsgesellschaft, die den Rückhalt vieler Künstler verliert: Der DJ-Tarif, CC-Lizenzen, kein Fair Use, ungerechte Verteilung, …
    Gerade die falschen Sperrtafeln tragen zu einem Imageverlust bei. Deshalb gehen wir gegen diese gerichtlich vor. Wir verlieren beim Thema YT überhaupt nicht den Rückhalt unserer Mitglieder oder Urheber da diese sich dem Sachverhalt in der Regel bewusst sind. Aktuell: http://blogs.taz.de/hausblog/2013/04/20/taz-lab-2013-gema-gegen-youtube-gegen-musiker/
  3. Auch, wenn Sie natürlich nicht präzise Angaben über abgelaufende Verträge mit Google machen dürfen: Wie ist ungefähr die von Google angebotene Größenordnung der Vergütung pro View und wie sieht die von der GEMA geforderte Vergütung ungefähr aus?
    Es stimmt, über laufende Verhandlungen dürfen wir keine Aussagen machen. Wir sind aber verpflichtet Tarife aufzustellen und unterliegen einem Gleichbehandlungsgrundsatz. Deshalb sind unsere finanziellen Forderungen hier einsehbar. https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_vra/tarif_vr_od9.pdf
  4. Natürlich kann und sollte man die Zahlen nicht ungefragt vergleichen, aber damit wir eine Vorstellung über die Dimensionen bekommen: Im Durchschnitt über alle Künstler und Radiosender – wie viel zahlt ein Sender pro Airplay ungefähr an die GEMA, umgerechnet auf den einzelnen Hörer? Wie viel ein Fernsehsender, der ein Musikvideo spielt pro Zuschauer? Wie viel zahlt Spotify pro Stream? Und wie viel Prozent der Erträge der GEMA werden tatsächlich an die Künstler ausgezahlt?
    Die Verteilung der Tantiemen erfolgt nach Werknutzung. Ein Urheber, der ein sehr erfolgreiches Werk geschrieben hat, bekommt demnach mehr. Genaueres dazu finden Sie hier https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Presse/Publikationen/Jahrbuch/Jahrbuch_aktuell/Verteilungsplan.pdf
    Nach Abzug des Verwaltungsaufwandes schüttet die GEMA alle Einnahmen an die in- und ausländischen Urheber aus, deren Rechte genutzt wurden. Die GEMA selbst macht dabei keinerlei Gewinn – das ist uns gesetzlich verboten. Die Aufwendungen für die Verwaltung betragen ca. ca. 15 % (etwas weniger), also gehen ca. 85 % der Einnahmen an die jeweiligen Urheber.
  5. Der GEMA wird vorgeworfen, angestaubt zu wirken. Welche konkreten Maßnahmen haben sie bislang getroffen, um a) die Erfassung und Vergütung an die digitale Lebensrealität der Menschen und Künstler im Jahr 2013 anzupassen und b) die Tätigkeit der Verwertungsgesellschaft durch Möglichkeiten der Digitalisierung fairer und transparenter zu gestalten?
    zu a) wie meinen Sie das im Speziellen bzw. wann tun wir dies Ihrer Ansicht nach nicht? zu b) Natürlich loten wir immer die technischen Möglichkeiten aus. Dazu gehören u.a. enorme Investitionen in unseren IT-Bereich. Ca. die Hälfte der Kosten der GEMA-Verwaltung entfallen auf den IT-Bereich. Bsp.: https://www.gema.de/nc/services.html

Sobald ich sie habe, werde ich die Antworten 1:1 hier reinkopieren und euch über Twitter und Facebook informieren. Wir bedanken uns schon mal im Vorfeld bei GEMAdialog und sind gespannt!

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Falk Ebert

Meanwhile in Germany…

Man kennt das...

Irgendwie haben wir Deutschen uns schon dran gewöhnt: Wir leben in einem Internet-Entwicklungsland. Netzsperren und Co haben uns hart gemacht. Und trotzdem tut es manchmal noch weh.

Zum Beispiel neulich, als ich auf Quora unterwegs war. Dort gibt es schöne Threads über das eine Lied, das einem eine Musik-Gattung nahe bringen könnte. Hier zum Beispiel für Klassik, hier für Jazz, hier für Dubstep.

Der Thread zu Hip Hop sieht in Deutschland so aus:

Alle Videos von der GEMA geblockt.

Ich würde gerne glauben, dass die GEMA als selbsternannter Vertreter der Musikschaffenden in Deutschland gegen den bösen Monopolisten Google kämpft. Ich würde gerne glauben, dass die von der GEMA aufgestellten Forderungen an Google halbwegs realistisch sind.

Meine Meinung: Spätestens seit die GEMA vor Kurzem mit der Gebühr für DJs erneut bewiesen hat, dass sie ein anachronistischer und nicht an einer fairen Verteilung interessierter Haufen von Steinzeitmenschen ist, finde ich es nur noch peinlich.

Es sind jetzt über vier Jahre, in denen deutsche User auf YouTube in die Röhre schauen. Vier Jahre, in denen aufstrebende Künstler ihre Musik schwieriger auf ihren Blogs teilen können. Vier Jahre, in denen deutsche Musiker keinen Streaming-Cent via YouTube gesehen haben. Vier Jahre, in denen die GEMA den Austausch von Musikfans im Internet (siehe oben) behindert.

Vier Jahre sind genug.

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Falk Ebert

AKTUELL: WordPress Sicherheitswarnung

Wordpress Hackerattacke

Da wir selbst für diesen Blog WordPress benutzten und sicher auch viele von euch in der ein oder anderen Form damit Kontakt haben, möchten wir heute aus gegebenem Anlass auf die aktuellen Sicherheitswarnungen kurz eingehen.

Laut mehreren Meldungen von gestern u.a. vom Spiegel und einiger unserer Provider, hat eine Gruppe von Hackern sich eine größere Menge Rechner (ein sog. Botnet) gemietet – laut Quelle wohl im fünf-stelligen Bereich – und nutzt die kombinierte Rechenleistung nun für eine globale Brute-Force Welle auf WordPress Seiten.

Wem der Begriff Brute-Force nichts sagt: Wie das Wort schon vemuten lässt, handelt es sich dabei keinesfalls um ein raffiniertes Hackerverfahren, sondern vielmehr um immense Rechenkapazitäten, mit denen ganz plump Milliarden von Password-Nutzername-Kombinationen innerhalb kürzester Zeit durchprobiert werden können. Der Provider CloudFare meldete laut Spiegel beispielsweise über 60 Millionen illegitime Login-Versuche innerhalb einer einzigen Stunde.

Da leider sehr viele User äußerst unkreativ sind und die Kombis “admin” “admin123″ oder ähnliche verwenden, hat die Attacke bislang erschreckenden Erfolg.

Wie kann man seine WordPress Seite schützen?

Dabei ist eine Verteidigung im Grunde denkbar einfach und wir halten euch an, diese Tipps (wenn nicht schon geschehen) zu befolgen:

Wählt ein sicheres Passwort und einen guten Nutzernamen!

Dabei geht es darum möglichst weit von der Norm abzuweichen, die durch Zufall geknackt werden kann. Habt ihr beispielsweise euren Namen als User und ein Passwort das nicht euren Namen wiederholt und auch keine typische Kombination enthält, dann seid ihr ziemlich sicher nicht in Gefahr.

Wer einen Schritt weiter gehen will kann den oftmals vorhandenen “admin” Account ganz löschen, so dass auch hier kein Zufallstreffer gelandet werden kann. Schließlich spielen die Hacker quasi Schiffe versenken. Wenn ihr eure Schiffe nicht auf das vorgegebene Spielfeld steckt, haben sie auch kein Chance, diese zu treffen.

Zuletzt können diejenigen, die selbst hosten, das schützende Plugin Limit Login Attempts verwenden, welches die Login-Versuche schlichtweg limitiert. Wenn nach fünf Versuchen Schluss ist, läuft jede Brute-Force-Attacke gegen die Wand und Personen die euch näher stehen und das Passwort daher tatsächlich durch Glück erraten könnten, haben ebenfalls keine Chance, denn sie müssten sofort richtig tippen.

Also: Nicht lange fackeln, Passwort ändern, ruhig schlafen.


Christian Faller

“If you do not have an e-mail address…”

Vor einigen Tagen musste ich mir ein wissenschaftliches Paper von einer renommierten amerikanischen Forschungseinrichtung herunterladen. Im Rahmen der Duke University Vorlesung, die ich bei Coursera belege (wir berichteten), war dieses jedoch frei verfügbar, sofern man eine kostenlose Registrierung vornahm.

Amüsanter Weise bemerkte ich bei der Anmeldung die kleine Randnotiz:
“If you do not have an e-mail address, please contact AAAS, 202-326-6417.”

Blog

Ich bin mir nicht sicher ob die Bemerkung a) ein Spaß ist, b) ein Relikt von 1995 ist oder c) ernsthaft manche Leute anspricht. Ich zweifle ernsthaft daran, dass irgendjemand, der das Internet aktiv für eigene Zwecke nutzt und so etwas wie wissenschaftliche Recherche damit betreibt, keine E-Mail Adresse hat. Aber wer weiß, vielleicht bin ich da falsch gepolt.

Jedenfalls habe ich diesbezüglich etwas recherchiert und ein paar interessante Zahlen gefunden, die ich teilen möchte. Es ist ein Auszug aus der Studie “Internet 2012 in numbers” und beinhaltet noch weit mehr aufschlussreiche Statistiken, also schaut mal rein:

Email Statistiken

  • 2.2 billion – Number of email users worldwide.
  • 144 billion – Total email traffic per day worldwide.
  • 61% – Share of emails that were considered non-essential.
  • 4.3 billion – Number of email clients worldwide in 2012.
  • 35.6% – Usage share of the most popular email client, which was Mail for iOS.
  • 425 million – Number of active Gmail users globally, making it the leading email provider worldwide.
  • 68.8% – Percentage of all email traffic that was spam.
  • 50.76% – Percentage of all spam that was about pharmaceuticals, the top category of all spam.
  • 0.22% – Share of worldwide emails that comprised some form of phishing attack.

Vor allem überrascht war ich vom User-Share von Mail for iOS. Wenn man darüber nachdenkt wundert es aber nicht, dass es mehr Nutzer als Outlook hat, denn das ist weder intuitiv, noch schön, noch auf jedem Rechner in vernünftiger Version verfügbar. Also auch in diesem Sektor läuft Apple Microsoft inzwischen den Rang ab, wobei es in Firmen noch anders aussehen dürfte.


Christian Faller

Startup schlägt Kulturpessimismus

Das kleine Gespenst von Snapchat

Man kann unterschiedlich reagieren, wenn man Tendenzen in der Entwicklung unserer Gesellschaft kritisch sieht.

Jammern. Trotziger Aktionismus.
Politische Initiativen, von denen keiner etwas mitbekommt.

Oder man bewegt tatsächlich etwas, zum Beispiel in Form eines Startups. Ein Paradebeispiel: Snapchat!

Mit Snapchat lassen sich Fotos verschicken, die der Empfänger nur ein paar Sekunden anschauen kann. Und wenn er ein Screenshot macht, wird der Versender darüber informiert. Das Bild wird weder auf den Geräten, noch auf den Servern gespeichert. Das genaue Gegenteil der viel besungenen Post-Privacy. “Vergessen im Internet” in Reinform.

Und das funktioniert. In den USA verwendet quasi jeder Teenager die App. Für ganz besonders private Nachrichten, aber nicht nur.

Klar, dass Facebook auf den Zug aufspringen wollte, klar, dass es nicht funktioniert hat.

Und egal ob Vergessen im Internet, Leistungsschutzrechte oder staatliche Zensur. Ich glaube, dass gesellschaftliche und politische Probleme in der Zukunft nicht im Feuilleton gelöst werden, sondern in Startups.

Als konzeptionell-technische Lösungen.

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Falk Ebert

 

Onlinekurs: A Beginner’s Guide to Irrational Behavior

Coursera ist eine wunderbare online Plattform, auf der hochkarätige Studieninhalte von namhaften Professoren, Ivy League Universitäten und generell interessanten Themen kostenlos für Leute auf der ganzen Welt verfügbar sind.

Das Prinzip ist gleich einer regulären Universität: “Studenten” schreiben sich ein, es gibt Vorlesungen – nur eben per Video -, es gibt Hausaufgaben in Form von wöchentlichen Reading Assignments und es gibt Zwischenprüfungen sowie Examen am Kursende. Der große Unterschied liegt wie gesagt vor allem auf den Worten kostenlos und weltweit.

So werden Eliteuniversitäten wie Yale, Stanford oder Princeton auf einmal für das normale Volk zugänglich. Unglaublich wertvoll und daher derzeit wahnsinnig hoch im Kurs. In einem älteren Artikel schrieb ich bereits darüber wie ich am digitalen Princeton Campus den Soziologiekurs besucht habe. Der Kurs hatte mir damals so gut gefallen, dass ich mich direkt in neue Vorlesungen eingeschrieben habe.

Diesen Montag etwa startete ein neuer Kurs von niemand geringerem als Dan Ariely. Für diejenigen, die den Namen noch nie gehört haben, möchte ich so frei sein und Wikipedia zitieren:

Dan Ariely (born April 29, 1967) is an Israeli American professor of psychology and behavioral economics. He teaches at Duke University and is the founder of The Center for Advanced Hindsight. Ariely’s talks on TED have been watched 2.8 million times. He is the author of Predictably Irrational and The Upside of Irrationality, both of which became New York Times best sellers, as well as The Honest Truth about Dishonesty.

Um diesen Paragraphen mit eigenen Worten zusammenzufassen: Dan Ariely ist eine international anerkannte Koryphäe auf dem Gebiet der Psychologie und Verhaltensökonomik.

Für das Feld Werbung und Marketing gibt es in meinen Augen wenig spannendere Themen. Dazu noch ein kostenloser Kurs vom Großmeister – ortsunabhängig besuchbar. Was will man mehr? Nichts, richtig!

Da der Kurs erst in Woche Eins ist, gibt es noch die einfache Möglichkeit voll mit einzusteigen. Bei erfolgreichem Abschneiden gibt es am Ende sogar ein unterzeichnetes Zertifikat von Ariely selbst –  falls das eine zusätzliche Motivation sein sollte.

Ich rate daher jedem: Einschreiben, pauken, fürs Leben lernen.

Hier der Link zum Kurs: A Beginner’s Guide to Irrational Behavior

Ich würde mich sehr freuen, das ein oder andere Gefahrgut Gesicht in den Boards zu treffen oder per Mail Gedanken auszutauschen.

Christian Faller


Die Autoren

Christian Faller Falk Ebert

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